Reportage über die Regenbogen Privatgrundschule

Die Regenbogenschule – was ist das eigentlich? Was war das für eine „private Grundschule", wegen der dem DFG ein Teil des Pavillons weggenommen wurde? Wie sieht es denn dort aus? All diese Fragen beschäftigten mich schon lange. Und so entschied ich, mit der Schulleiterin Frau Özdemir zu sprechen. Vielleicht konnte ich ja auch mal im Unterricht dabei sein?

Die Schulleiterin war sofort bereit, in Interview zu geben und auch sich zu den Vorurteilen, die Regenbogenschule hätte dem DFG die Räume „weggenommen" zu äußern. Und so nutzte ich zwei Freistunden, um mit Frau Özdemir zu sprechen und im Unterricht dabei zu sein.

Zu Anfang kann ich sagen., dass ich von der optischen Wandlung des Pavillons sehr positiv überrascht war. Der alte, kalte und meiner Meinung nach grau wirkende Pavillon hat innen einen zartrosa Anstrich bekommen. Frau Özdemir begrüßt mich freundlich mit Kuchen und Tee. Zu allererst spricht sie ein großes Lob für die Aktivität der Schülerzeitung aus. „Die Welt braucht Menschen, die Interesse haben", meint sie. Deswegen sei sie auch besonders erfreut gewesen, als ich sie bat, mit mir zu sprechen.

„Ich hoffe sehr, dass wir am Deutsch-Französichen Gymnasium positiv wahrgenommen werden", so Özdemir. „Es lag ganz sicher nicht in unserer Absicht, dem DFG die Räume weg zu nehmen. Wie waren selbst überrascht über diese Raumlösung. Aber die Stadt teilte uns mit, dass der Pavillon so wie so abgerissen werden sollte und er so noch etwas erhalten bleiben könne."

Auf der einen Seite war sie natürlich erleichtert, endlich einen Raum für die Schule gefunden zu haben. Auf der anderen Seite wollte sie unseren Schülern keine Möglichkeit nehmen zu lernen. Sie könne sehr gut mit dem Elternbeirat und den Eltern mitfühlen. Bei der Frage, ob sie ihre Schule als „einzigartig" beschreiben würde, antwortet Frau Özdemir: „ Unsere Pädagogik ist angepasst an andere Schulen. Ansonsten sind wir einzigartig, da bei uns immer die Frage im Vordergrund steht: Was braucht das heutige Kind? Was hat es nötig, um sich wohl zu fühlen?"

Kinder sind nach Frau Özdemir ein „sehr offenes System", auf welches viele Dinge einwirken, die dann auch für die spätere Entwicklung Folge tragen. Man müsse dafür sorgen, dass das Kind sich gesund entwickelt. Dafür könne sich die Schule allein jedoch nicht kümmern. „In der heutigen Zeit sind die Eltern verunsichert in der Erziehung", so Özdemir. „Das Kind muss zu Hause erzogen und begleitet werden, damit es in der Schule aufnahmefähig ist. Dies klappt jedoch nicht immer." Die belegt auch eine Studie, dass 40 % der Gesamtheit der Kinder nicht bereit für Schule ist. Die Kinder sollen bei Frau Özdemir „gesundes Lernen lernen". Die Schule bringe „Lernunterstützung und Lerntherapie unter ein Dach".

An erster Stelle stände die Frage, wie der Mensch heute lernt. Dann unterstützende Theorien. Und zum Schluss, meint Frau Özdemir, könne man auch den Bauch mit einbeziehen. Ich schiele auf den Kuchen vor mir. Bei der Frage, ob die Regenbogenschule nur für Zuwanderer da wäre, verneint Frau Özdemir. „Es ist eine Schule für alle", sagt sie ganz klar. Deswegen wird an der Regenbogenschule ab dem 25. 2. eine Art „Schule für Eltern" stattfinden, bei dem die Eltern Tipps für ihre Erziehung erhalten können.

Nun ist es so weit: ich darf endlich in den Unterricht um zu zugucken. Frau Grobe ist zurzeit die einzige Lehrerin innerhalb der Grundschule. Es gibt jedoch noch einen Sportlehrer und einmal die Woche besuchen die Schüler die nahe liegende Musikhochschule für den Musikunterricht. „Es ist wichtig, in der Grundschule eine Klasse-Klassenlehrer-Beziehung aufzubauen. Diese Kinder kommen grade aus dem Kindergarten, grade aus ihren Familien. Sie müssen sich hier vertraut fühlen, um zu lernen."

Ich erlebe die neun Kinder, die grade die Regenbogenschule besuchen, als offen und freundlich. Als ich den Klassenraum betrete, sind die Schüler grade dabei, sich auszusuchen woran sie als Nächstes arbeiten wollen: Rechnen, Zeichnen, Buchstaben schreiben üben. „Die Kinder dürfen selbst entscheiden, was sie als nächstes machen wollen?", frage ich Frau Grobe.  „Ja. Selbstständigkeit ist heute ein großes Thema. Trotzdem ist es auch wichtig, dass ich die Schüler auch führe, zum Beispiel einem Schüler eine Aufgabe zu empfehlen, mit der er vielleicht hinten dran ist. Jedoch zwinge ich niemanden zu irgendetwas, denn unter Zwang lernt man nichts."

Frau Grobe erklärt mir den Tageablauf: „Die Kinder kommen ungefähr um neun Uhr an, je nach Wetter- und Verkehrsverhältnissen. Dann frühstücken wir gemeinsam. Ich erzähle den Schülern Geschichten von mir zu Hause, zum Beispiel von meiner Katze, die Quatsch macht. Die Kinder müssen erst mal richtig wach werden. Dann gehen wir raus an die frische Luft, ein bisschen Bewegung. Schließlich folgt die Phase, die du jetzt hier siehst, dieses selbstständige Arbeiten."

Ständig wird Frau Grobe von Schülern oder Schülerinnen unterbrochen, die Hilfe bei Aufgaben benötigen. Die Schüler kuscheln sich an Frau Grobe, sie streicht ihnen über das Haar oder nimmt sie in den Arm. Es ist sehr gut sichtbar, dass die Kinder sich hier wohl fühlen. Jedes Kind hat einen eigenen Ordner, in dem es seine erarbeiteten Sachen sammelt. In einer Ecke entdecke ich zwei türkische Wörterbücher. Bei der Frage, ob Frau Grobe diese ab und zu benötige, antwortet sie: „Nö." Frau Grobe, die bereits an einer staatlichen Schule in Kolumbien und in Deutschland gearbeitet hat, erkennt die Unterschiede ganz deutlich. An die Stelle sei sie jedoch durch eine normale Anzeige gekommen.

Nach diesem Eindruck verabschiede ich mich, froh, endlich ein richtiges Bild über diese Schule zu haben. Ich kann euch nur nahe legen, keine Vorurteile gegen diese Schule zu haben, da sie wirklich nichts für die Wegnahme der Räume können. Frau Özdemir verabschiedet mich freundlich und meint, ich sei hier immer willkommen. Es war sehr interessant und ich werde auf jeden Fall wiederkommen!!

Sophie von der Schülerzeitung des Deutsch-Französisches Gymnasium

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